Was kostet…??? – 1/3

Es geht einfach immer ums Geld, das goldene Klo!
Toilette Schild

Ein Kunde: „Wir brauchen einen Produktfilm. Was kostet uns sowas?“

Unsere Antwort wäre folgende: „Ich will ein neues Badezimmer. Was kostet das?” Das soll keinesfalls schnippisch klingen, sondern aufzeigen, dass das nicht so einfach mal beziffert werden kann. Obwohl? Ehrlich und einfach gesagt: Es kommt auf die Ausstattung an. In dem Fall: Marmor oder billige, kaputte und unterschiedlich farbige Kacheln, ein goldenes Klo oder einfach nur ein Eimer und Wasserhähne aus Bronze? Oder reicht ein simples Rohr, das am Ende etwas bissl schön zurecht gebogen wurde?

Das heißt wiederum nichts anderes als: Wie hoch ist euer Budget?

Ein Beispiel: Wir produzieren einmal gemeinsam einen kurzen Produktfilm für einen Neuwagen (die sind meist mega teuer!), in unserem Fall: ein Elektroauto, Diesel geht natürlich auch, aber wir bleiben mal dabei.

  • Bild 1 (close): Kamerafahrt einer teuren Kamera mit Cineoptik an einer schwarzen, matten Felge von links nach rechts.
  • Bild 2 (close und Nahe seitlich): Im Rückspiegel sieht man ein junges hübsches Model (totales Klischee!) im Kleid, sie nähert sich dem Fahrzeug.
  • Bild 3 und 4 (schnell u. kurz hintereinander): Ihre blauen Augen close, im Anschluss die blauen Ziernähte an den Sitzen.
  • Bild 5 (Totale): Ein Drohnenshot (FPV) vom Dach des Autos aufziehend rückwärts bewegend. Es erscheint im Hintergrund eine kurvige Straße, Häuser und am Horizont glitzerndes, türkises Meer. In diesem Bild geht dann langsam im Abendrot die Sonne unter. Beispielfoto unten.
Für diese 5 Einstellungen „könnte“ man folgendes benötigen:
  • ein Treatment – 1 – 5 Tage Locationsuche inkl. Beschaffung von Drehgenehmigungen vor Ort an einer abgesperrten kurvigen Straße auf einer Insel!
  • 1 Modelcasting, mehrere Telefonate oder Termine mit dem Kunden zur Absprache
  • ein Produktionsteam bestehend aus: Produktionsleiter, Regisseur, Aufnahmeleiter, Tonmann, Kameramann, Kameraassistent, einen Drohnenoperator/ FPV + Watcher, 2 Beleuchter, 4 Produktionsassistenten, 1 Elektroauto oder Diesel mit Tageszulassung (Leihgebühr vom Hersteller vor Ort), 1 Betreuer für das Fahrzeug bzw. eine Stuntfrau als Double, 1 Transporter mit Kameraequipment und Zubehör danach brauchen wir noch den Cutter und Schnittplatz für die Postproduktion, evtl. Grafiken: Ausstattungsmerkmale, Musik und die passende Lizenz (für TV, Messe, Social-Media oder, oder, oder…)
  • teils Flüge (oder mit einem Bollerwagen) für Personal und Equipment, wenn nicht vor Ort
  • Straßensperren der lokalen Behörde und eine Security-Firma zur Absicherung der Strecke
  • 15 Kästen Mineralwasser, 25 Essen, 8 Liter Kaffee, 80 Schokoriegel, … 1 Flasche Sekt für Abschluss + Minimum 1 Dixi-Toilette – wichtig für, naja ihr wisst schon!
  • 1 Sonnenuntergang, der darf nicht fehlen! evtl. 2 Ersatzsonnenuntergänge, falls das Wetter oder Timing nicht genau passt, da bekommste manchmal ne Meise…
    viel Aufwand oder?
Griechenland… das könnte eure Kulisse sein…
Die Kosten. Ja… sehr teuer… wahrscheinlich so im 6-stelligen Bereich, zumindest fast. Aber, das soll nur mal das Extrembeispiel sein. Das geht auch alles wesentlich billiger, aber weiter anhand dieses Beispiels.

Also, würden wir die Insel, den Sonnenuntergang und die abgesperrte Straße weglassen, wird es schon um einen höheren mittleren 5-stelligen Euro-Betrag günstiger. Der Schwarzwald wäre hier z.B. die andere Option, also auch schön… oder so. Und: Machen wir aus dem Model evtl. Tante Inge wird es noch ein bisschen günstiger. Die bringt vielleicht noch Eierkuchen mit -> Thema: Verpflegung -> wieder günstiger, check!
Das Spielchen kann man dann auf jeden Fall beliebig weiter spielen. Es ist zwar dann keine Hollywoodproduktion mehr, aber immer noch schön… vielleicht.

Das Beispiel ist nicht alltäglich daher noch ein realeres mit der Firma Müller: Diese bekommt Besuch vom besten Großkunden und will die Gelegenheit für ein kurzes Interview nutzen.
Das soll als eine Art Feedback-Video oder als ein Motivationsfilm für die eigenen Mitarbeiter dienen und die gute Zusammenarbeit hervorheben. Marketing halt…

Was das jetzt kostet? Das steht in Teil 2 / 3.

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